es gibt Momente, da muss man selbst kurz ungläubig aufs Handy schauen.
Mit meinem selbstgebrauten Weißbier „jetztrauchts – Frühschicht – Hefeweizen“ habe ich bei der Austrian Beer Challenge 2026 tatsächlich einen Platz unter den Top 3 erreicht.
Austrian Beer Challenge - Österreichs nationaler Bierwettbewerb | Austrian Beer Challenge
Am 12.6. ist die Preisverleihung in Wien. Da wird sich herausstellen welchen Platz ich tatsächlich gemacht habe.
Die Überraschung für mich war, dass ich mit dem Hefeweizen Erfolg hatte, da in dieser Kategorie sicher viele Einreichungen gekommen sind. Mehr Chancen hätte ich für mein Irish Stout "Nachtschicht" erwartet. Dieses blieb allerdings ohne Platzierung.
Ich wollte kein extremes Weißbier brauen.
Keine Bananenbombe.
Keine Hopfenkeule.
Kein Instagram-Bier.
Mein Ziel war ein Bier, von dem man gerne noch ein zweites und drittes Glas trinkt:
- frisch
- ausgewogen
- süffig
- mit feiner Banane und dezenter Würze
Eben ein Bier für die „Frühschicht“.
Der spannende Teil: Zwei völlig unterschiedliche Biere
Besonders faszinierend war, wie stark sich die Gärung auf das Ergebnis ausgewirkt hat.
Ich habe den Sud auf zwei Gärtanks aufgeteilt.
Das Ergebnis:
Batch 1
Ausgewogen, würzig, extrem trinkbar.
Batch 2
Deutlich mehr Banane, süßlicher Eindruck und viel intensiver.
Technisch gesehen war Batch 2 sogar trockener vergoren – wirkte aber trotzdem süßer. Verrückt, was Hefe und Gärführung ausmachen.
Am Ende war aber schnell klar:
Batch 1 ist das bessere Wettbewerbsbier.
Nicht das lauteste.
Sondern das stimmigste.
Was ich aus dem Sud gelernt habe
Dieser Sud war wahrscheinlich lehrreicher als viele davor zusammen.
Ich habe zum ersten Mal wirklich bewusst gesehen, wie stark folgende Dinge ein Bier beeinflussen:
- Pitchrate
- Temperaturführung
- Wasseraufbereitung
- Maische-pH
- Reifezeit
- Karbonisierung
Und vor allem:
Balance schlägt Extreme.
Das Bier
jetztrauchts – Frühschicht – Hefeweizen
- ca. 5 % Alkohol
- klassische Weißbierhefe
- Hallertauer Magnum & Tettnanger Hopfen
- weich, frisch und süffig
- feine Banane, dezente Nelke
- stabile Schaumkrone
- perfekt für lange Sommerabende
Mein Fazit
Ich hätte nie gedacht, dass mein selbstgebrautes Bier einmal bei der ABC vorne mitspielt.
Umso mehr freut mich, dass ausgerechnet ein ehrliches, unkompliziertes Weißbier so gut angekommen ist.
Vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis:
Ein wirklich gutes Bier muss nicht spektakulär sein.
Es muss einfach Lust auf den nächsten Schluck machen.




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